Was ist eine Privatinsolvenz nach französischem Recht?

Die Verbraucherinsolvenz nach französischem Recht in Elsass Lothringen nutzt eine Gesetzeslücke, nach der es dort für Privatpersonen keine Wohlverhaltensperiode gibt.
Wer das Verfahren in Frankreich durchlaufen will, muss dem französischen Schwurgericht nachweisen, dass er seit mindestens sechs Monaten seinen Lebensmittelpunkt in dem jeweiligen Gerichtsbezirk hat.

Der Nachweis erfolgt u.a. mittels eines Mietvertrages und einer Stromrechnung. Der Betroffene sollte sich auch hin und wieder in seinem Wohnort blicken lassen und beispielsweise einkaufen gehen.

Des weiteren muss der Betroffene seine Zahlungsunfähigkeit nachweisen und dass die Gläubiger gegen ihn zwangsvollstrecken. Aus diesem Grund werden sämtliche Gläubiger umgehend zum neuen Wohnsitz informiert.

Die Vorbereitungen können in dem Zeitraum erledigt werden, während der Betroffene seinen Lebensmittelpunkt in Frankreich nachweisen muss. Es geht also keine Zeit verloren.

Den eigentlichen Insolvenzantrag stellt ein französischer Anwalt. Zum Eröffnungstermin muss der Betroffene persönlich erscheinen, natürlich im Beisein seines französischen Rechtsanwalts.

Tipp
Im Gegensatz zum englischen Insolvenzverfahren besteht in Frankreich Anwaltspflicht und Verfahren wird nicht automatisch eröffnet, sondern man muss regelrecht um die Eröffnung kämpfen.

Nachdem das Gericht das Verfahren eröffnet hat, werden alle Zwangsvollstreckungsmaßnahmen eingestellt und ein Insolvenzverwalter benannt.

Nach Überprüfung der Sach- und Rechtslage berichtet der Insolvenzverwalter dem Insolvenzgericht. Ohne Masse wird das Verfahren abgewiesen. Die Abweisung mangels Masse stellt dann das Äquivalent zum deutschen Restschuldbefreiungsbeschluss dar.

Das französische Insolvenzverfahren ist inzwischen sehr stark eingeschränkt, weil die Richter die Eröffnungsvoraussetzungen für einen Deutschen nahezu unmöglich machen.









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