Wie wird der Unterhalt berechnet?

Der Unterhalt errechnet sich nach folgenden Grundsätzen:
Ausgangspunkt für die Berechnung des Unterhaltes ist das Einkommen des Pflichtigen, und zwar das Nettoeinkommen nach Abzug von Steuer und Sozialabgaben. Um eine halbwegs verlässliche Größe zu haben, die auch gewisse Schwankungen im Einkommen ausgleicht, geht man grundsätzlich von dem Einkommen für ein ganzes Jahr aus, bei Selbständigen von einem Zeitraum von drei Jahren.

Hierbei findet Urlaubs- und Weihnachtsgeld ebenso Berücksichtigung wie Überstunden, die grundsätzlich auch als Einkommen behandelt werden. Ist das Jahresnettoeinkommen bekannt, wird dieses auf ein Monatseinkommen umgerechnet. Damit ist der erste Bemessungsfaktor gegeben.

Vom Nettoeinkommen sind berücksichtigungsfähige Schulden abzuziehen. In der Praxis wird um diese Positionen hart gekämpft, da die Anrechnungsfähigkeit oftmals darüber entscheidet, ob der Unterhaltsschuldner selber noch ein ausreichendes Aus-kommen hat oder nicht.

Weiterhin sind – bei abhängig Beschäftigten – berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von pauschal 5% abzusetzen, mindestens jedoch 50,– EUR und maximal 150,– EUR. Übersteigen die berufsbedingten Aufwendungen den Pauschsatz, sind sie insgesamt konkret nachzuweisen.

Bei Selbständigen gibt es diesen pauschalen Abzug nicht; berufsbedingte Aufwendungen sind hier stets konkret nachzuweisen.

Ist das bereinigte Nettoeinkommen ermittelt, kann eine Einordnung in die Düsseldorfer Tabelle erfolgen. Am linken Tabellenrand sind die Einkommensgruppen ausgewiesen, in die der Pflichtige eingruppiert wird.

Am oberen Tabellenrand finden sich die entsprechenden Altersstufen (0-5; 6-11; 12-17, ab 18 Jahre). Im Schnittpunkt der entsprechenden Einkommensgruppe und Altersstufe lässt sich dann der Tabellenunterhalt ablesen.

Das Nettoeinkommen abzüglich des Unterhaltsbetrages darf nicht den sogenannten Selbstbehalt unterschreiten. Das ist der Betrag, der dem Pflichtigen mindestens zum Leben verbleiben muss. Wird er unterschritten, ist der Unterhaltsschuldner nicht leistungsfähig.

Vom Unterhaltsbetrag ist noch das staatliche Kindergeld abzusetzen, da die Tabellensätze der Düsseldorfer Tabelle dieses nicht berücksichtigen. Das Kindergeld beträgt für das erste und zweite Kind 164,00 EUR, für das dritte Kind 170,00 EUR und für das vierte und jedes weitere Kind 190,00 EUR. Der Elternteil, der Kindesunterhalt schuldet, ist berechtigt, den Zahlbetrag um die Hälfte des Kindergeldes zu kürzen.


Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich

Unter dem Versorgungsausgleich versteht man den Ausgleich von in der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften bei Scheidung. Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich betreffen meistens den vollständigen Ausschluss dieses Ausgleichssystems, weniger deren Modifzierung.

Bis zum 01.09.2009 gilt es zu beachten, dass Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich dazu führen, dass ein Scheidungsantrag nicht vor Ablauf eines Jahres nach Abschluss der Vereinbarungen getroffen werden kann. Ab dem 01.09.2009 fällt diese Wartefrist weg.









Vielen Dank für Ihre Nachricht

Wir werden Sie schnellstmöglich kontaktieren

Dols | Franzke

Schlüterstrasse 53

10629 Berlin

Tel. +49 30 30 61 23 45

Fax +49 30 30 61 23 46