Der Insolvenzantrag ist bei Gericht eingereicht. Was passiert als nächstes und was tun bei Vollstreckungsversuchen?

Nach Einreichen des Insolvenzantrages abwarten, bis ein Insolvenzverwalter sich meldet – Vollstreckungsversuche einfach ignorieren – Abgabe eidesstattliche Versicherung schadet nicht. Nachdem Ihr Insolvenzantrag fix und fertig und das außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren abgeschlossen ist, geht Ihr Verbraucherinsolvenzantrag zum Gericht. Mit etwas Glück wird das Gericht Ihr Insolvenzverfahren in den nächsten vier bis sechs Wochen eröffnen. Die Eröffnung erfolgt per Gerichtsbeschluss, ein Exemplar davon erhalten Sie zur Kenntnis übersandt.

Der Eröffnungsbeschluss benennt Ihren Insolvenzverwalter. Nach weiteren zwei bis drei Wochen wird der Insolvenzverwalter Sie zu einem Gespräch in seine Kanzlei einladen. Gehen Sie dort hin und erteilen Sie dem Verwalter alle gewünschten Auskünfte. Irgendwelche Rechtshandlungen werden von Ihnen in dieser Zeit nicht verlangt. Das heißt für Sie: abwarten.

Vollstreckungsversuche der Gläubiger unmittelbar vor der Verfahrenseröffnung sind üblich. Insbesondere wenn ein Gläubiger bereits Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet hat, wird ihn das Schuldenbereinigungsverfahren nicht aufhalten. Im Gegenteil, er wird versuchen, seine letzte Chance zu nutzen.

Vollstreckungshandlungen ignorieren Sie einfach. Sie machen ein Insolvenzverfahren, es kann Ihnen also nichts mehr passieren. Heften Sie die Gläubigerpost einfach in Ihren Ordner und schon haben Sie alle Pflichten erfüllt. Vollstreckungsbescheide können Sie ohne Einspruch rechtskräftig werden lassen. Auch die Anrufe der Gläubiger ignorieren Sie. Sie sind nicht verpflichtet, mit den Gläubigern in irgendeiner Weise in Kontakt zu treten.

Tipp

Nur auf eines müssen Sie reagieren: Sollte Sie der Gerichtsvollzieher zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung auffordern, müssen Sie folgen. Aber selbst dies verschlechtert Ihre Rechtslage nicht, Ihre Schulden sind Sie auch nach Abgabe der Eidestattlichen Versicherung auf jeden Fall nach sechs Jahren los.

Es gibt das Gerücht, dass Schulden nach Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung auf jeden Fall für die nächsten 30 Jahre gelten. Das ist falsch. Sie werden ebenso entschuldet. Eines schönen Tages werden Sie vom Gericht einen „Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens“ erhalten. Der Eröffnungsbeschluss enthält das genaue Datum und die Uhrzeit der Eröffnung. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie vor Vollstreckungen jeder Art geschützt. Das Verfahren muss also eröffnet sein. Das Einreichen des Antrages allein gibt noch keinen Vollstreckungsschutz.

Weil die Gläubiger erst im Insolvenzverfahren vom Insolvenzverwalter verbindlich informiert werden, kommt es vor, dass einzelne Gläubiger aus Unwissenheit selbst nach Eröffnung noch gegen Sie vollstrecken. Aber die Verfahrenseröffnung macht sämtliche Vollstreckungsmaßnahmen gegen Sie wirkungslos.









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