Muss ich in der Insolvenz hart arbeiten und mich um einen besser bezahlten Job bemühen?

Die Erfüllung der gesetzlichen Pflicht zur Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit wird nur ausnahmsweise eingefordert – Haben Sie Pech und beharrt Ihr Insolvenzverwalter darauf, ist Widerstand zwecklos. Sie müssen sich regemäßig bewerben. Zunächst sind Sie gemäß § 295 InsO verpflichtet, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben. Wenn Sie ohne Beschäftigung sind, sollen Sie sich darum bemühen, also bewerben. Sie dürfen keine zumutbare Beschäftigung ablehnen.

Hierzu sind Sie während des gesamten sechsjährigen Insolvenzverfahrens verpflichtet. Hintergrund dieser Pflicht ist, dass ein möglichst hoher Anteil der Gläubigerverbindlichkeiten ausgeglichen werden soll. Nach dem Gesetz müssen Sie für die Dauer der Wohlverhaltensperiode dem Gericht und den Gläubigern über Ihre Erwerbsobliegenheiten berichten und gegebenenfalls an Eides statt versichern. Üben Sie nach Auffassung des Gerichts keine angemessene Erwerbstätigkeit aus und bemühen Sie sich als Arbeitsloser nicht genügend um eine Stelle oder lehnen Sie eine Ihnen angebotene Tätigkeit ab, kann ein Gläubiger die Verssgung der Restschuldbefreiung beantragen.

Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen sind nach dem Gesetz nur erlaubt, wenn damit Ihre Aussichten auf eine besser bezahlte Tätigkeit steigen und Sie Ihre Gläubiger höher befriedigen können. Bei Schuldnern, die mit geringer beruflicher Qualifikation ohnehin nur unterhalb der Pfändungsgrenze verdienen, dürfte eine Aus- und Weiterbildung kein Problem darstellen.

Tipp

Verdienen Sie als Schuldner hingegen weit über der Pfändungsgrenze, sollte die Fortbildungsmaßnahme gut begründet sein. In der Praxis wird die gesetzliche Erwerbsobliegenheit – also die Pflicht möglichst viel Geld für die Gläubiger ranzuschaffen – unterschiedlich gehandhabt und hängt von der Person des Insolvenzverwalters ab.

Sollten Sie an einen strengen Verwalter geraten, ist Widerstand zwecklos. Bitte weisen Sie Ihre Bemühungen um eine besser bezahlte Arbeit anhand von Bewerbungen nach. Die Bewerbung sollte Ihre Motivation erkennen lassen. Erwähnen Sie, dass Sie sich wegen Ihres Verbraucherinsolvenzverfahrens um eine besser bezahlte Arbeit bemühen müssen, das überzeugt jeden Arbeitgeber …









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