Welche Folgen hat eine Insolvenz auf mein weiteres Leben?

Insolvenzverfahren bedeutet: Sie zahlen keine Schulden mehr, dafür wird Ihr Einkommen sechs Jahre lang um den pfändbaren Teil gekürzt. Und Sie müssen dem Insolvenzverwalter regelmäßig Ihre Einkommensnachweise übersenden. Das war’s, mehr passiert nicht.

Als Folge des Insolvenzverfahrens müssen Sie für die nächsten 6 Jahre den pfändbaren Teil Ihres Einkommens an den Insolvenzverwalter abgeben und den Insolvenzverwalter regelmäßig über Ihre Einkommensverhältnisse informieren.

Die Pfändungsgrenze beginnt bei 990 € netto und steigt um ca. 300 EUR pro Unterhaltspflicht. Von dem darüber hinausgehenden Einkommen werden Ihnen ca. zwei Drittel abgezogen.

Hier finden Sie die aktuelle Pfändungstabelle oder Sie nehmen meinen Pfändungsrechner und lassen sich automatisch ausrechnen, wie viel im Insolvenzverfahren zum Leben bleibt.

Vorhandenes Vermögen wie beispielsweise Lebensversicherungen oder das eigene Fahrzeug verwertet der Insolvenzverwalter zu Beginn des Verfahrens. Einrichtungsgegenstände, Kleider und Schmuck bleiben verschont. Wohnungseinrichtung wird nur gepfändet, wenn sie ganz teuer ist.

[dropcap]Tip[/dropcap]Mehr passiert nicht. Sie können nach wie vor alles tun und lassen was Sie wollen und niemand darf sich in Ihr Leben einmischen.

Insolvenz bedeutet für Sie folgende vier Pflichten:

Übersenden Sie dem Insolvenzverwalter sofort jeden neuen Einkommensnachweis.
Benachrichtigen Sie den Insolvenzverwalter schriftlich über jede wesentliche Änderung bei Ihrem Arbeitsplatz, wie beispielsweise Wechsel, Verlust, usw.
Informieren Sie ihn schriftlich, wenn Sie sonst noch irgendwie Geld bekommen, wie Steuerrückerstattung, Betriebskostenrückerstattung, Erbschaft, Auszahlung einer Versicherung, usw.
Schließlich benachrichtigen Sie den Insolvenzverwalter über jeden Wohnungswechsel.

Erfüllen Sie diese Pflichten, werden Sie gut durch die Insolvenz kommen. Ansonsten lassen Sie den Insolvenzverwalter in Ruhe und reagieren immer nur dann, wenn er etwas von Ihnen will.

Sie dürfen sich selbständig machen und die Wohnung beziehen, die Ihnen beliebt. Wie Sie Ihr pfändungsfreies Einkommen ausgeben, ist nach wie vor Ihnen überlassen. Niemand darf sich in Ihr Privatleben einmischen.

Einen Kredit erhalten Sie schon wegen der negativen Schufa die nächsten Jahren nicht mehr, aber von Schulden haben Sie sicherlich erst einmal genug.

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