Was sind die Folgen bei Insolvenzverschleppung?

Bei Kapitalgesellschaften besteht die gesetzliche Pflicht sofort bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung einen Insolvenzantrag zu stellen. Bei Versäumnis droht dem Geschäftsführer ein Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung. Die Folge daraus wird in der Regel eine Geldstrafe sein.

Bleibt die Geldstrafe unter 90 Tagenssätzen, ist das alles nicht so schlimm. Über 90 Tagessätze gilt man allerdings als vorbestraft.

TIPP
Leider gibt es noch einen weiteren negativen Effekt: Wenn die Staatsanwälte schon einmal prüfen, finden sie in der Regel weitere insolvenztypische Straftatbestände wie Bankrott oder Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen.

Eine Bestrafung wegen Bankrott sollte auf jeden Fall vermieden werden, weil dies nach einem neuen Gesetz aus dem Jahre 2008 zur Folge hat, dass der Betroffene für die nächsten fünf Jahre als Geschäftsführer gesperrt ist.

Der Tatbestand der Insolvenzverschleppung greift nur bei Kapitalgesellschaften wie GmbHs oder Ltd. Einzelfirmen hingegen können keine Insolvenzverschleppung begehen. Dies ist ein erheblicher Vorteil, der bei der Insolvenz einer Einzelfirma voll zugunsten des Unternehmers ausgenutzt werden kann.

Die Verpflichtung zur Anmeldung der Insolvenz beginnt mit Eintritt der Krise. Nach dem Wortlaut des Gesetzes muss der Insolvenzantrag sofort gestellt werden, in Ausnahmefällen spätestens binnen drei Wochen nach Eintritt der Krise.

Die Dreiwochenfrist ist absolute deadline. Sanierungsversuche und selbst das Einverständnis aller Gläubiger verlängern diese Antragsfrist entgegen landläufiger Meinung nicht.

Die Ausschöpfung der Dreiwochenfrist ist nur möglich, wenn ernsthafte Sanierungsverhandlungen stattgefunden haben.









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